Bezahlte freie Tage zum Lernen und Weiterbilden

Cottbus, 03. August 2018

BILDUNGSURLAUB / Bildungsfreistellung – Land Brandenburg

Bezahlte freie Tage zum Lernen und Weiterbilden? Bildungsurlaub macht es möglich!

Mit dem Bildungsurlaub fördert der Staat die Initiative von Arbeitnehmer/innen zum lebenslangen Lernen, eine bezahlte Freistellung von der Arbeit zur Teilnahme an anerkannten Weiterbildungs-veranstaltungen.

Bis zu 2 Wochen lang lernen, neue Erkenntnisse gewinnen, zu einem selbst ausgewählten Thema – beurlaubt von der Arbeit, (daher übrigens der Name Bildungsurlaub – mit Erholungsurlaub hat er nichts zu tun) und unter Weiterzahlung des Gehalts.

Die Kosten können vom Arbeitnehmer oder vom Arbeitgeber übernommen werden. Beide profitieren vom Knowhow-Zuwachs: der Arbeitgeber durch das neu erworbene Wissen, das dem Unternehmen zur Verfügung steht, der Arbeitnehmer durch die Gewissheit, auf diese Weise auch mit zunehmendem Lebensalter fachlich auf aktuellem Stand zu sein.

Was Sie bzw. Ihre Mitarbeiter/innen wissen müssen, um Ihren Anspruch auf Bildungsurlaub zu verwirklichen, haben wir für Sie in einem Fragenkatalog zusammengestellt.

Warum – gibt es eigentlich Bildungsurlaub?

Wissen veraltet und verliert oft seine Gültigkeit oder Bedeutsamkeit, Neues kommt hinzu. Wer sich auf irgendwann einmal Gelerntes verlässt, erfährt in der Arbeitswelt schnell seine Grenzen. Kaum ein Bereich, in dem nicht immer wieder neue technische, organisatorische oder kommunikative Kompetenzen gefordert sind. Kompetenzen, die Berufstätige neu erwerben oder auffrischen müssen, um "up to date" zu bleiben.

Mit dem Bildungsurlaub fördert der Staat die Initiative von Arbeitnehmer/innen zum lebenslangen Lernen. Bis zu 2 Wochen lang lernen, neue Erkenntnisse gewinnen, zu einem selbst ausgewählten Thema – beurlaubt von der Arbeit, (daher übrigens der Name Bildungsurlaub – mit Erholungsurlaub hat er nichts zu tun) und unter Weiterzahlung des Gehalts.

Die Kosten können vom Arbeitnehmer oder vom Arbeitgeber übernommen werden. Beide profitieren vom Knowhow-Zuwachs: der Arbeitgeber durch das neu erworbene Wissen, das dem Unternehmen zur Verfügung steht, der Arbeitnehmer durch die Gewissheit, auf diese Weise auch mit zunehmendem Lebensalter fachlich auf aktuellem Stand zu sein.

Wie viele Tage Bildungsfreistellung gibt es?

Die Freistellung erfolgt tageweise und kann für höchstens zehn Arbeitstage in einem Zeitraum von zwei aufeinander folgenden Kalenderjahren beansprucht werden. Hierbei wird eine Fünf-Tage-Woche vorausgesetzt. Wird regelmäßig an mehr oder weniger Tagen in der Woche gearbeitet, so erhöht oder verringert sich der Anspruch entsprechend. Die Zweijahresfrist beginnt mit der erstmaligen Inanspruchnahme von Bildungsfreistellung.

Wer hat Anspruch auf Bildungsfreistellung?

Einen Anspruch haben alle im Land Brandenburg Beschäftigten, wie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Auszubildende, in Heimarbeit Beschäftigte sowie diesen gleichgestellte Personen. Beamte, Soldaten und Richter gehören nicht zum Kreis der Anspruchsberechtigten.

Wofür gibt es Bildungsfreistellung?

Bildungsfreistellung gibt es für Veranstaltungen der beruflichen, politischen oder kulturellen Weiterbildung, die eine staatliche Anerkennung zur Bildungsfreistellung im Land Brandenburg aufweisen.

Gibt es Bildungsfreistellung auch für individuelles/häusliches Lernen außerhalb von Veranstaltungen?

Nein, Bildungsfreistellung kann nur für die Teilnahme an anerkannten organisierten Weiterbildungsveranstaltungen beansprucht werden. Das häusliche Selbstlernen, etwa zur Prüfungsvorbereitung oder für die Anfertigung von Hausarbeiten oder Doktorarbeiten sind nicht anerkennungsfähig. Dafür gibt es keine Bildungsfreistellung.

Wie erfahre ich, welche Veranstaltungen für die Bildungsfreistellung anerkannt sind?

Alle anerkannten Veranstaltungen sind im Suchportal Bildungsfreistellung aufgeführt, das eine Übersicht nach Themengebieten aufweist und die gezielte Suche nach anerkannten Veranstaltungen ermöglicht. Auch Veranstalter können Auskunft über die Anerkennung ihrer Veranstaltungen für die Bildungsfreistellung geben, da eine Anerkennung nur auf Antrag des jeweiligen Veranstalters ausgesprochen wird. Der Veranstalter erhält ggf. einen Anerkennungsbescheid vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport.

Kann nicht in Anspruch genommene Bildungsfreistellung aus den Vorjahren nachträglich verlangt werden?

Nein, nicht in Anspruch genommene Bildungsfreistellung aus vergangenen Jahren verfällt und ist auch nicht in anderer Weise auszugleichen.

Bei wem wird der Anspruch geltend gemacht?

Der Anspruch auf Bildungsfreistellung wird gegenüber dem Arbeitgeber geltend gemacht. Das ist formlos möglich, es kann aber auch ein Formblatt verwendet werden, beispielsweise die Anmeldebestätigung, die Beschäftigte vom Veranstalter der anerkannten Veranstaltung unentgeltlich erhalten.

Kann die Bildungsfreistellung auch abgelehnt werden?

Der Arbeitgeber kann die Bildungsfreistellung nur unter ganz bestimmten, gesetzlich genannten Gründen ablehnen. Hierzu zählen insbesondere zwingende betriebliche Belange, ggf. auch vorrangige Urlaubsansprüche anderer Beschäftigter oder bei Kleinbetrieben ein bestimmter Gesamtumfang geltend gemachter Ansprüche auf Bildungsfreistellung. Die begründete Ablehnung ist dem/der Beschäftigten grundsätzlich innerhalb von zwei Wochen nach Antragstellung schriftlich mitzuteilen. Die Freistellung ist dann zu einem anderen Zeitpunkt bis zum Ende des folgenden Kalenderjahres zu gewähren.

Worauf ist bei der Geltendmachung von Bildungsfreistellung zu achten? Gibt es Fristen?

Insbesondere ist darauf zu achten, dass die Veranstaltung für die Bildungsfreistellung anerkannt ist. Anbieter anerkannter Veranstaltungen sind verpflichtet, Beschäftigten die behördliche Anerkennung nachzuweisen. Hierfür ist ein vom Veranstalter auszufüllendes Formblatt (Anmeldebestätigung – zur Vorlage beim Arbeitgeber) vorgesehen. Ferner ist darauf zu achten, dass die Freistellung möglichst frühzeitig, spätestens sechs Wochen vor der beabsichtigten Teilnahme geltend gemacht wird.

Gibt es die Möglichkeit der finanziellen Förderung im Falle der Bildungsfreistellung?

Nein. Die Vorschriften zur Bildungsfreistellung des Landes Brandenburg sehen finanzielle Förderungen weder für Beschäftigte noch für Arbeitgeber vor. Unberührt bleiben etwaige Fördermöglichkeiten, die sich aus anderen Vorschriften oder Förderprogrammen ergeben, wie etwa Zuschüsse zur beruflichen Weiterbildung im Rahmen der Bildungsprämie des Bundes oder des Bildungsschecks des Landes Brandenburg.

Kontakt:
IHK-Bildungszentrum Cottbus GmbH | Goethestraße 1a | 03046 Cottbus
Telefon: 0355 3652701
E-Mail: ihk-biz@cottbus.ihk.de

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